Mittwoch, 13. September 2017

Links ist da, wo der Daumen rechts ist

Gesagt : getan, die Wahl: steht noch aus. Trotz vier Beinen, die aus zweierlei Gründen den Erdball im Gummilauf nahmen, standen wir beide pünktlich um Zehn auf der roten Matte der Linken. Dass sich solch ein noch Farbe bekennendes Politzelt in Kempten aufschlägt, ist erstaunlich und gut, steht dem Rot in extremo doch allenfalls noch ein Braun gegenüber, das sich, folgt man der Logik der Verdauung, konsequenterweise einen Weg in die Welt bahnt, stellen wir den Hirntod des jeweils weiterhin wandelnden Wirtes fest, der seine Denkmuskeln abbaute, ohne es je mitbekommen zu haben, freilich: da er sie ja nie nutzte. Alle anderen Farben sind entweder abgewaschen oder stark gebleicht. O.k., ich räume ein: Kapitalschwarz gibt es noch. Und das in erster Linie. Und höchstwomöglich bis zum Schluss.

Wann ist das eigentlich: Schluss?

Die Apokalypse war ja schon. Scheint nur oft so, als hätte es niemand mitbekommen. (So allgemein gefühlt. Was sonst. Individuelle Ansprache und Antwort gebärdet sich ja doch. Wenigstens das.) Liegt an den Glocken in Aspik! Wo möglich wurden sie stillgelegt. Ja, seit wann sind wir denn Postapokalyptiker? Sind wir es seit der Einführung des Euro? Sind wir es seit der 68er Bewegung und ihren Folgen? Oder sollte ich nicht globaler denken und mich fragen: Sind wir es seit wir uns mit Pelz und Keule auf Wanderschaft begaben, uns hier und dort siedelnd niederzulassen?

Niederlassungen. Kniefälle. Herabkünfte: Worte, die poetisch wabern aber dunkel im Gehalt. Hiobs Scharen. Oder warten auf die Engel archai?

Der wirtschaftliche Anschluss ist ein dickes Kabel, das Deutschland in die Dose des Weltkapitalmarkts steckt. Humanfaserbündelung nenne ich das. Oder: Die Helix des Grauens.

So demokratisch, so kapitaldiktatorisch. Demokratie als perfideste Diktatur beurteilt, die ein Wählerabbild in Form gießt, das niemals als eine Repräsentative der Bedürfnisse eines einzelnen Bürgers oder einer Familie verstanden werden darf, dass sich den Einzelnen herausnimmt, ihn zu versklaven, da er, taub und seiner Sinne beraubt, ein Kreuz setzt, wo man es ihm / ihr eben anriet, indem man Meinung machte. Eine in dieser Weise ausgeführte Demokratie ist nichts als eine Diktatur, der ein Apparat einen Schleier nähte und überwarf, auf dass das Gros nicht erkennt, was uns geschieht, bis wir es merken. Was aber ist das Gros? Es gibt es nicht. Dieser Schleier ist wegzureißen. Und solange das so ist, ist die Wahlurne eine Urne. Eine, in die wir unsere Stimmen werfen, uns ein Grab auszuheben, in dem wir stimmlos liegen werden, werden auf diesem Weg Wähler zur Wahl bewegt. All das funktioniert von Weitem betrachtet sehr gut. Wirtschaftlich natürlich. Der Einzelne aber stöhnt vor Schmerz. Wettbewerb durch Arbeitslager. Einkommens- und Lebenserhaltungs-kostengefälle: Die Schere der Nornen ist weit gespreizt. Eingerastet, den Faden nicht mehr so einfach durchschneiden zu können. Der Film Soylent Green stellt eine Alternative vor.

Es sollte nicht jeder einfach so wählen dürfen, die Möglichkeit aber: sollte gegeben sein.

Frühe Vögel
Zum Markt haben wir es dann doch nicht mehr geschafft. Wir Zwei. Dafür aber mit jungem Gemüse gesprochen, das sich engagiert. Sich beauftragt fühlt. Nach und nach kamen immer mehr Zuhörer, Interessierte. Nicht viele, aber immerhin.

Zur Belohnung gab's Bier: Meckatzer Hell. Aus alter Flaschenform. Seit Monaten mal wieder. Eins Bier & Weißwurst zum Frühstück gen Mittag. Gleich nochmal losgehen, noch eins Bier kaufen. °

Joi, was will ich noch sagen ...: Ich bin süß und du bist Ente:


und ein Enthusiast:

Der dichtende Erpel beim Parteivorsitzenden Riexinger

PUNKT

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